17 November, 2019, 02:19

Test: Mit Lime E Scooter durch Berlin

Wir testen nicht nur E Scooter, die man kaufen kann, sondern auch Elektro Tretroller der Sharingdienste. Unsere zwei Tester haben sich für den US-Anbieter Lime Bike (Neutron Holdings, Inc.) und den Luxemburger Sharing-Anbieter CIRC (LMTS Holding S.C.A.) entschieden. Der eine E Scooter grün und der andere orange.

Regulierungen haben den Fahrspaß nicht getrübt

Nach zahlreichen E Scooter-Tests mit wesentlich schnelleren Gefährten hätte man im Vorfeld die Befürchtung haben können, dass die Fahrzeuge zu langsam sind. Dies war nicht der Fall. Die knapp 20 km/h bringen den E Scooter in eine angenehme Geschwindigkeit, insbesondere für Anfänger, die noch nie ein Elektro Fahrzeug genutzt haben. Wie im Video auf unserem Youtube-Kanal zu sehen ist, sind unsere Tester ausgewachsene Männer mit jeweils 100 Kg auf den Rippen. Dennoch sind die E Scooter sehr agil und beweglich, auch Bordsteinkanten sind kein Hindernis. Im Test von Lime E-Scooter und Circ, der eine Stunde dauerte, waren ebenso Stadt-und Asphaltfahrten, aber auch Fahrten im Tiergarten auf unebenem Untergrund enthalten.

Qualität der Sharing E Scooter

Die Lime und Circ E Scooter sind Sharingfahrzeuge und haben damit traditionell eine vergleichsweise kurze Lebensdauer. Neueste Schätzungen gehen von knapp 3 Monaten Lebensdauer aus, bis die Elektro Scooter unbrauchbar sind. Aus diesem Grund ist es schwierig eine echte Qualitätsanalyse abzugeben. Grundsätzlich die Materialien sehr robust und alle Merkmale eines zugelassenen E-Scooters konnten im Test beide Sharingdienste vorweisen. Ein Unterschied, der in einem Punktabzug für Lime resultiert sind die Bremsen. Während Circ beide Bremsen am Lenkrad hat, muss man bei Lime mit dem Fuß die Hinterbremse betätigen. Daher dauert es wesentlich länger bis der E-Scooter zum stehen komt als bei Circ, deren E-Scooter ähnlich wie beim E-Bike zwei Bremsen an der Lenkstange haben.

Der Preis für E Scooter-Sharing ist zu hoch

Die Kosten, um sich einen E Scooter zu leihen sind hoch. Es ist zu hoffen, dass die Anbieter noch einlenken werden und den Preis senken. Aktuell bezahlt man bei Lime und Circ einen Euro (1 Euro), um den E Scooter zu entsperren und pro Minute 15 Cent (0,15 Euro). Wenn man den E Scooter in der Nähe sieht und ihn reservieren möchte, um nicht feststellen zu müssen, dass nach fünfminütigem Fußweg der Roller weg ist, zahlt man ebenfalls 0,15 Euro. Nachdem unsere Tester die Geräte für 52 Minuten getestet haben lagen die Kosten bei 8-9 Euro je nachdem, ob der Promo-Code funktioniert hat. Anbieter geben aktuell Promocodes aus, um zumindest das Entsperren kostenlos zu machen. Doch der Preis von 8-9 Euro für weniger als eine Stunde fahrt sind wesentlich höher, als der Nahverkehr oder teils sogar Carsharing.

Gebiete von E Scooter-Sharing sehr ungleich

Während Lime ein relativ großes Sharinggebiet anbieten konnte, war das von Circ zu klein. Die Fahrten fanden auf der Nord-Süd-Achse am Tiergarten statt, den größten Park Berlins. Insbesondere für eine „Revolution im Verkehr“ müssen die Elektro Scooter-Anbieter ihre Gebiete wesentlich vergrößern.

Nichts ist besser als seinen eigenen E Scooter zu kaufen

Dass die beste Lösung ist, sich seinen eigenen E Scooter zu kaufen ist nicht schwer herauszufinden. Keine Suche nach einem Elektro Scooter im Stadtgebiet, keine horrenden Gebühren für ein Sharingfahrzeug, keine Bakterien oder Hinterlassenschaften eines Vorgängers und viele weitere Vorteile stehen zu Buche. Allerdings sollte man keinesfalls überstürzt eines der vielen E Scooter-Modelle kaufen. Es ist immer ratsam zunächst Testberichte zu lesen und darauf zu achten, welche Erfahrungen bereits andere User gemacht haben. Dazu haben wir auf Facebook eine Community (Gruppe) eingerichtet. Erst, wenn man genau weiß, wie der E Scooter funktioniert und wie vergleichbar schwere Personen damit gefahren sind – sollte man sich einen E Scooter kaufen.