23 October, 2019, 06:46

E-Tretroller sind zugelassen

Das Bundesgesetzblatt ist raus. Seit Samstag, dem 15. Juni 2019 kann offiziell und legal gerollert werden, mit Schub durch den Elektroantrieb. So weit die Theorie.

Wer leichtfüßig und mit Spaß den beschleunigten Sommerwind in den Haaren genießen möchte, hat nur noch drei kleine Hürden zu nehmen, die aber leicht überwindbar sind.

Die schwerste Hürde Nr. 1 ist weiterhin das Abwarten. Alle e-Tretroller benötigen eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE), die Hürde Nr. 2. Die erteilt das  Kraftfahrtbundesamt in Flensburg (KBA). Darum braucht sich der Käufer normalerweise nicht weiter zu kümmern: Entweder der Roller hat eine. Oder eben nicht. Bei den allermeisten ab jetzt verkauften Rollern dürfte die bereits vorliegen. Ihr Händler oder das Kaufportal im Internet geben darüber Auskunft. In der Praxis kann es noch ein bisschen dauern. In der Branche kursieren Annahmen zwischen zwei und vier Wochen. Bei Kauf gibt dann die Bezeichnung auf dem Fabrikschild am Fahrzeug Auskunft über die ABE-Zulassung. Wenige Modelle haben schon vorzeitig eine Sonderzulassung erhalten, wie der Metz Moover und der BMW X2 City. Das Typenschild informiert, ob ein E-Scooter die Voraussetzungen für den öffentlichen Straßenverkehr erfüllt. Für die Versicherung ist diese Voraussetzung zwingend. Dieses Typenschild benennt die Fahrzeugart „Elektrokleinstfahrzeug“ und weist eine Fahrzeugidentifikationsnummer (FIN) aus, welche Sie für die Versicherung benötigen. Fehlt dieses Typenschild, sollten Sie lieber nach einem anderen Modell Ausschau halten.

Roller ohne ABE dürfen nur auf privatem Grund fahren, außerhalb des öffentlichen Straßenlandes. Das betrifft auch einen Teil jener Roller, die vor dem Stichtag erworben wurden. Die kann in bestimmten Fällen noch nachträglich noch erteilt werden.

Der Normalfall dürfte von nun an der Kauf von Rollern mit ABE sein. Die dürfen on the Road, wenn Hürde Nr. 3 genommen ist: Die Haftpflichtversicherung. Die Versicherungen haben reagiert und seit dem Stichtag ihre Angebote freigeschaltet. Elementar verknüpft ist die Haftpflichtversicherung mit der ABE. Vereinfacht ausgedrückt: Ohne ABE keine Versicherung und ohne Versicherung nicht auf die Straße! Mit ABE hingegen ist alles simpel geworden. Fahrer mit Hummeln unter dem Hintern eilen zur nächsten Geschäftsstelle ihrer Versicherung. Dort können sie das aufklebbare Nummernschild gleich mitnehmen. Altgebliebene sind bei Beträgen ab 15 Euro im Jahr dabei. Fahrer unter 23 Jahre zahlen mehr.

Gelasseneren steht der Postweg offen: Die Versicherung im Internet abschließen, zahlen und auf Post warten. Aufkleben und Losrollern.

Auch wenn es sommerlich kribbelt, ist weiterhin abzuraten vor dem Losfahren ohne Versicherung. Passiert einem solchen Fahrer ein Unfall, hat er keinerlei Versicherungsschutz – auch nicht über die Privathaftpflichtversicherung!

Das sind die E Tretroller des Monats.